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Probejahr Leonardo da Vinci Gymnasium

Was muss getan werden, damit zukünftig an dieser Schule eine Gleichverteilung ist und welche Fördermaßnahmen müssten ergriffen werden, damit dort mehr Kinder das Probejahr bestehen können?

36. Plenarsitzung des Abgeordnetenhauses
Spontane Fragestunde

Aus dem Wortprotokoll

Vizepräsidentin Anja Schillhaneck:

Vielen Dank, Herr Senator! – Die nächste Möglichkeit zur Frage hat die Abgeordnete Frau Kittler. – Bitte sehr!

[Zuruf: Sie ist nicht da! –
Lars Oberg (SPD): Sie flirtet mit dem Staatssekretär!]

Probejahr Leonardo da Vinci Gymnasium

Regina Kittler (LINKE):

Damit habe ich nicht gerechnet, Überraschung. Ich wollte zum gleichen Thema fragen wie mein Kollege Mutlu, aber mir fallen durchaus noch andere Fragen ein zum gleichen Thema.

Vizepräsidentin Anja Schillhaneck:

Dann ist das jetzt Ihre Gelegenheit!

Regina Kittler (LINKE):

Sehr geehrte Frau Scheeres! Die drei Schüler vom Leonardo-da-Vinci-Gymnasium, die das Probejahr nicht bestanden haben, sind in einer Klasse mit 63 Prozent Kindern mit Migrationshintergrund gewesen. In der Parallelklasse – weil Sie sagten, Sie kennen die Verhältnisse an der Schule nicht so – haben nur 14 Prozent der Kinder Migrationshintergrund. Diese Verteilung existiert immer noch, und die Frage wäre, was Sie tun wollen, damit zukünftig an dieser Schule eine Gleichverteilung ist, und welche Fördermaßnahmen

[Zuruf von Joschka Langenbrinck (SPD)]

– Sie sind doch nicht Herr Scheeres, nicht? – Gut! – müssten denn Ihrer Meinung nach in der Schule ergriffen werden, damit dort mehr Kinder das Probejahr bestehen können?

Vizepräsidentin Anja Schillhaneck:

Vielen Dank! – Frau Senatorin Scheeres, bitte!

Senatorin Sandra Scheeres (Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft):

Sehr geehrte Frau Kittler! Die Verhältnisse in der Schule sind mir sehr wohl bekannt, denn in der Klasse mit dem geringeren Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund sind mehr Kinder durchs Probejahr gefallen. Sie hatten eben die Klasse angesprochen, in der die drei Jugendlichen nicht durch das Probejahr gekommen sind. Die anderen Kinder mit Migrationshintergrund sind durch das Probejahr gekommen. Also, ich finde die Fragestellung von Ihrer Seite aus nicht ganz schlüssig.

Es findet eine Förderung in der Schule statt. Die Schule bekommt zusätzliche Ressourcen. Sie kennen das System, dass Schulen mit 40 Prozent ndH oder Lernmittelbefreiung zusätzliche Förderstunden bekommen. Das findet auch in dieser Schule statt. Ich war selbst vor Ort in der Schule, ganz zu Anfang, als ich Senatorin wurde. Dort findet eine sehr gute Arbeit statt, auch in kleinen Klassen und mit spezieller Förderung. Nach meiner Kenntnis hat es nichts mit der Zusammensetzung der Klasse zu tun, dass diese Kinder das Probejahr nicht bestanden haben.

[Vereinzelter Beifall bei der SPD]

Vizepräsidentin Anja Schillhaneck:

Vielen Dank, Frau Senatorin! – Haben Sie eine Nachfrage? – Bitte sehr!

Regina Kittler (LINKE):

Frau Scheeres! Was spricht denn Ihrer Meinung nach dafür, vielleicht mal das Problem bei der Wurzel zu packen und das Probejahr abzuschaffen?

[Beifall von Carsten Schatz (LINKE)]

Vizepräsidentin Anja Schillhaneck:

Frau Senatorin! Möchten Sie antworten?

Senatorin Sandra Scheeres (Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft):

Sehr geehrte Frau Kittler! Es war eine sehr intensive Debatte im Zusammenhang mit der Schulstrukturreform, in der wir uns darauf verständigt und es als sinnvoll erachtet haben, das Probehalbjahr auf ein Probejahr zu verlängern, gerade damit Kinder eine Chance haben, am Gymnasium zu bleiben, weil wir festgestellt haben, dass man nach einem halben Jahr noch nicht richtig in der Schule angekommen ist. Die Kinder sind sehr unterschiedlich, das wissen Sie. Das ist ein neues Umfeld, es sind andere Kinder, die sie kennenlernen, andere Lehrerinnen und Lehrer. Wir haben die Regelung, dass nach einem halben Jahr eine Entwicklungsvereinbarung mit den Eltern abgeschlossen wird, wenn festgestellt wird, dass der Lernstand noch nicht so ist, wie man sich das vorstellt, und dass eventuell das Probejahr nicht bestanden wird. Es findet statt, dass Entwicklungsvereinbarungen mit den Eltern abgestimmt und diskutiert werden, und ich finde, das ist der richtige Weg.

Vizepräsidentin Anja Schillhaneck:

Vielen Dank, Frau Senatorin! – Die Fragestunde ist damit für heute beendet.


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