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Theater am Park in Biesdorf - eine unendliche Geschichte?

Regina Kittler, MdA, stellv. Vorsitzende & kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin, erklärt:

Berlin braucht Räume für die Kultur, besonders auch in den Stadtteilen außerhalb des S-Bahn-Ringes. Das Theater am Park (TaP) könnte mit seinem Theatersaal mit Orchestergraben eine große Bühne für den Berliner Osten bieten, Proben- & Auftrittsort für Musiktheater & Tanz sein – wenn, ja wenn, endlich saniert werden würde. Vielleicht könnte ja hier das von der international geachteten Berliner Tanzszene lange geforderte Haus des Tanzes entstehen?

Wie aus der Beantwortung meiner Anfrage zum TaP hervorgeht (Schriftliche Anfrage Nr. 18/27773) ist aber bisher noch völlig unklar, welche Baudienststelle die Verwirklichung der Baumaßnahmen übernehmen und wann es endlich mit der Sanierung losgehen wird.

2018 wurde „ein Ausbau des Theaters am Park als multifunktionales Kulturlabor“ auf Antrag des Bezirksamtes von Marzahn-Hellersdorf per Senatsbeschluss als GRW-förderfähig (Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur) aufgenommen. Seitdem hat das Bezirksamt den Auftrag, eine Zielplanung mit den Gewerken Architektur, Tragwerksplanung, Haustechnik, Bühnenplanung, Brandschutz, Bauphysik und Schadstoffe zu erstellen. Das ist bis heute nicht geschehen und wird erst für das 3. Quartal 2021 erwartet. Da ist die jetzige Legislatur bereits beendet.

Verantwortlich dafür zeichnet die Bezirksstadträtin Nadja Zivkovic (CDU) und ich erwarte, dass sie endlich handelt und liefert. Ihr Parteifreund Christian Gräff, einer ihrer Vorgänger im Amt, hat sich in seiner Funktion als einstiger Bezirksstadtrat überhaupt nicht für die Immobilie interessiert, aber seit er 2016 Mitglied des Abgeordnetenhauses für den Wahlkreis Biesdorf wurde, verkündete er, dass er das Theater am Park in kurzer Zeit wieder auf Vordermann bringe und gute Kontakte in den Senat hinein hätte.  Er wurde daraufhin in die Erarbeitung des Konzeptantrages eingebunden und hat sowohl potenziellen Nutzer*innen als auch den Anwohner*innen gegenüber lange erklärt, dass GRW-Mittel fließen werden und dann alles ganz einfach werden würde. Davon ist jetzt nicht mehr die Rede.

Längst sind nicht mehr alle im Boot, die laut Konzept das Haus nutzen wollten. Den ersten Mieter*innen ist allerdings schon eine Kündigung ausgesprochen worden, oder kündigten sie selbst? Das weiß der Senat nicht.

Der ursprünglich geplante Beteiligungsprozess vor Ort mit Anwohner*innen auch über einen durch die BVV beschlossenen Beirat, fand bis heute nicht statt. Nun wird für das 4. Quartal des Jahres eine erste Informationsveranstaltung angekündigt.

Dass es das TaP überhaupt noch gibt, ist dem TaP e.V. zu danken, der seit 30 Jahren hier um den Erhalt kämpft und das Haus für alle offenhält.