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Erst, wenn wir wieder Frieden haben....

Dem weniger friedlichen Wetter und dem daraus resultierenden Verkehrschaos, welches Sturm „Xavier“ mit sich brachte, trotzten sowohl die Slawistin, Bibliothekarin und Autorin Marga Voigt als auch die Besucherinnen und Besucher des ROTEN SOFAS am 5. Oktober im Abgeordnetenbüro am Helene-Weigel-Platz.

Marga Voigt stellte auf dem ROTEN SOFA den am 21. Oktober 2016 erschienen ersten Band der Reihe über Clara Zetkins Briefe – die Kriegsbriefe (1914-1918) – vor und sprach mit Regina Kittler über das Leben der Friedensaktivistin und Frauenrechtlerin.

Marga Voigt berichtete von ihrer Reise durch das Leben Zetkins und gab einige überaus spannende und tiefe Einblicke gewährende Textproben aus ihrem Buch zum Besten. Unter den im Band zusammengefassten Briefen befinden sich über hundert Briefe, die bisher noch unveröffentlicht blieben. Diese stammen teilweise aus russischen Archiven, teilweise aus der Schweiz und aus Deutschland. In mühevoller Recherchearbeit wurden diese von Marga Voigt zusammengetragen.

Die Briefe erzählen von großen Nöten und kleinen Freuden eines politischen und privaten Lebens im Krieg und geben einen Einblick in die Friedens- und Frauenbewegung zur Zeit Clara Zetkins. Die Briefe richten sich unter anderem an Persönlichkeiten wie Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht.

Neben den Briefen, die in ihrem Buch gesammelt sind, gab Marga Voigt einen Einblick in die journalistische Arbeit Zetkins und ihre eigens initiierten Frauen-Zeitungen, wie „Die Gleichheit“, bei der sie von 1891 bis 1917 Herausgeberin war. Hier zeigte Voigt Kopien von seltenen Exemplaren und besonderen Ausgaben. Damit waren die mutigen Gäste des ROTEN SOFAS nicht nur zum Zuhören und Mitdiskutieren gekommen, sondern hatten auch eine Reise in die Vergangenheit zum Anfassen.

Einen engen Kontakt pflegt Marga Voigt zu den Nachkommen Zetkins, die sie auf den Spuren von Clara Zetkin liebevoll unterstützen und begleiten.

Marga Voigt selbst sagte über ihre Nachforschungen zu Zetkins Schaffen, dass sie sich in Clara Zetkin sowohl auf politischer als auch auf emotionaler Ebene sehr gut hineinversetzen kann, nicht zuletzt, da sie sich im selben Lebensabschnitt befindet wie Zetkin zu der Zeit, in der sie die gesammelten Briefe schrieb.

Ein überaus empfehlenswertes Buch, das den Besucherinnen und Besuchern neue noch unbekannte Facetten einer großen Sozialistin aufzeigte, an einem stürmischen Tag die Geschichte neu aufleben ließ und zukünftige Leserinnen und Leser begeistern wird.