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Eine der populärsten ostdeutschen Schriftstellerinnen saß am 13. Juni 2017 mit Dr. Manuela Schmidt auf dem „Roten Sofa“ im Abgeordnetenbüro am Helene-Weigel-Platz. Das Büro füllte sich so rasant, dass sogar Bierbänke aufgestellt werden mussten, damit alle einen Platz fanden. Der Gast, eingeladen von Dr. Manuela Schmidt und Regina Kittler, war kein anderer als Gisela Steineckert. Und wer kennt sie nicht, die, die über 2.500 Lieder geschrieben hat, welche von berühmten Künstlern, wie Harald Juhnke, Frank Schöbel oder Dean Reed interpretiert wurden? Wer hat nicht schon einmal selber die vielleicht berühmtesten Zeilen von Gisela Steineckert „Komm wir malen eine Sonne auf dem grauen Pflasterstein…“ geträllert?

Mit 86 Jahren, rüstig, fit, eloquent, voller Energie und mit vielen Geschichten und Anekdoten über ihr Leben und das der anderen, ließ sie ihrer Moderatorin kaum die Gelegenheit Fragen zu stellen. Und so begann sie damit, dass sie zum ersten Mal in ihrem Leben Ratlosigkeit verspüre, ausgelöst durch Erfahrungen, wie derjenigen, dass in ihrem Haus, in dem sie seit 44 Jahren lebe, ein kleiner Junge und sein Vater nicht im Fahrstuhl mit ihr fahren wollten, weil sie eine Frau sei. Sie erzählte aber auch über Freundschaft und Liebe und dass beides gleichberechtigt in einer Beziehung vorhanden sein sollte, wobei ersteres eigentlich sogar der wichtigere Teil von beiden sei. Weiter ging es mit Papst Franziskus, Menschenfreundlichkeit, aber auch fehlendes Beileid, um anschließend über die Erfahrungen von und mit Beleidigungen, Morddrohungen, Politik und Tod zu den Liebesgedichten überzugehen.

Am Ende des Rundum-Schlags über allerlei Menschheits-Themen, die Gisela Steineckert bewegten, blieben keine Fragen mehr offen. Aus dem Publikum kam nur noch ein „Danke für die vielen Jahre im `RotFuchs´!“, womit die journalistische Tätigkeit von Gisela Steineckert geehrt wurde. Danach stürzten sich viele auf die Bücher, die Steineckerts Tochter zum Verkauf anbot, und ließen diese von Gisela Steineckert widmen. Es war ein heiterer Abend, der aber auch zum Nachdenken anregte und Bewunderung für diese besondere Frau übrigließ.

Auf dass ihr noch viel Zeit bleibe, ihre klugen Gedanken und spannenden Lebensgeschichten in Prosa und Lyrik umzusetzen, um uns alle auf ihre Reise mitzunehmen.