Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen

Marzahn als Kunst-Objekt?

Vernissage mit Ljudmila Müller

Das Fragezeichen in der Überschrift ist ja eigentlich eine Frechheit – ich weiß. Das sieht offensichtlich auch Ljudmila Müller so, die aus dem einst sowjetischen Perm in die DDR ausgewanderte Malerin. Ob Springpfuhl, Helene-Weigel-Platz, Märkische Allee oder Gärten der Welt – diese und viele weitere Berliner Motive sind Gegenstand ihrer Malerei, die sie im Abgeordnetenbüro Kittler / Dr. Schmidt am Helene-Weigel-Platz 7 in einer Vernissage vorstellte. Die Abgeordnete der LINKEN Regina Kittler befragte die Wahl-Marzahnerin (seit 1988) auf dem ROTEN SOFA nach Lebens-Stationen und künstlerischen wie politischen Ambitionen. Heraus kam ein unterhaltsames Stündchen mit Einsichten und Ansichten über unseren Stadtbezirk, die von den etwa vierzig Besuchern interessiert und zuweilen amüsiert quittiert wurden. Mehr als 30 Bilder galt es anschließend zu betrachten und zu diskutieren.

Ljudmila Müller kam 1968 zu in der DDR stationierten Truppenteilen der Roten Armee als Laborantin, lernte hier ihren Mann kennen beim – wie sie sagt – „Tanzen und Kaffee trinken“. Nach vier Jahren musste sie wieder zurück in die Sowjetunion. Die nächsten Jahre erhielt sie unentwegt Briefe aus der DDR bis sie schließlich 1981 ihren Mann in Berlin heiraten konnte.

Erst 2006 fand wohl ihr eigentlicher Start als Malerin statt. Ein Bleistift-Portrait ihres Sohnes, dann weitere Versuche mit Ölkreide, schließlich Bilder über Afghanistan und den Irak-Krieg … Ihre nun nach Hunderten zählende Bilder-Sammlung umfasst viele unterschiedliche Themenbereiche. Davon kann sich jedermann auch jetzt noch im Abgeordnetenbüro überzeugen (wochentags außer Donnerstag). Ich empfand es als sehr kollegial, wie Malerkollege Ulrich Uffrecht bei der Präsentation so manches Müller-Bild hoch hielt, damit es alle sehen konnten. Und mir wurde bewusst: Marzahn hat nicht nur eine Malerin.

 

Peter Kolbe