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Bezirksbürgermeister verursachte Vertrauensverlust für Franz-Carl-Achard-Grundschule

Bereits 2013 wurde die Turnhalle der Franz-Carl-Achard-Grundschule, aufgrund von Mängeln bei der Statik geschlossen. Mit dem Beginn des Schuljahres 2015/16 wurde auch die gesamte Schule geschlossen. Dies wurde ebenfalls mit Mängeln in der Statik des Gebäudes, aufgrund von Hausschwammbefall, und nicht mehr gewährleistetem Brandschutz begründet.

Im Nachgang der Schließung wurde ein Abriss der Schule und ein anschließender Neubau in modularer Bauweise durch den Schulstadtrat und Bezirksbürgermeister von Marzahn-Hellersdorf Stefan Komoß (SPD) als alternativlos dargestellt.

Erst aufgrund massiven Drucks der Eltern und engagierter Menschen, sowie mehrerer eingereichter Petitionen an das Abgeordnetenhaus von Berlin wurde von diesem Plan Abstand genommen. Mehr als 5000 Menschen haben mit ihrer Unterschrift für einen Erhalt des historischen Gebäudes gestimmt. Dies ist ein riesiger Erfolg und nur deshalb steht heute noch das historische Schulgebäude der Franz-Carl-Achard-Grundschule.

Mittlerweile ist bekannt, dass der Abriss der Schule keineswegs alternativlos war und eine behelfsmäßige Sanierung des Schulgebäudes und der Turnhalle für ungefähr 600.000 € möglich ist. Damit kann die Schule zum neuen Schuljahr im Herbst wieder in Betrieb genommen werden und eine Sanierung längerfristig geplant und somit der Erhalt des Schulstandortes gesichert werden.

Die Posse um die Rettung und Sanierung der Franz-Carl-Achard-Grundschule hat aber offenkundig zu einem massiven Vertrauensverlust bei den Menschen in Kaulsdorf und Mahlsdorf geführt. Denn wie die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft auf Anfrage der Abgeordneten Regina Kittler (Die Linke) mitteilte, hat sich die Zahl der Kinder, welche eine andere Schule als die ihnen zugewiesene Franz-Carl-Achard-Grundschule besuchen wollten, zum Schuljahr 2016/17 im Vergleich zum Schuljahr 2014/15 mehr als verdreifacht (Drucksache 17/18362). Obwohl im Vorfeld beider Schuljahre jeweils 48 einzuschulende Kinder im Einschulungsbereich lebten, wollten zum Schuljahr 2014/15 lediglich 8 Kinder eine andere Schule besuchen und zum Schuljahr 2016/17 mit 27 Kindern bereits mehr als die Hälfte auf eine andere Schule gehen. Ebenfalls deutlich rückläufig war die Zahl der Kinder, welche zur Franz-Carl-Achard-Grundschule gehen wollten, obwohl sie in einem anderen Einschulungsbereich leben.

Dazu Regina Kittler, bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus:

„Das rücksichtslose Handeln der zuständigen Bezirksamtsmitglieder und die Entscheidung über die Köpfe der Menschen im Stadtteil hinweg, hat in Kaulsdorf und Mahlsdorf zu einem großen Vertrauensverlust geführt. Das zeigt sich an den Anmeldezahlen für die neuen 1. Klassen.

Nur durch massiven Druck der Öffentlichkeit, von Beginn an durch  die Linksfraktionen des Abgeordnetenhauses und der BVV unterstützt, konnte erst Anfang des Jahres verhindert werden, dass die Franz-Carl-Achard-Grundschule abgerissen wird. Ich war mit der Bearbeitung der Petitionen an das Berliner Abgeordnetenhaus beauftragt und kann die Vorgänge sachkundig beurteilen. Im Nachgang zeigt sich, dass ein Abriss der Schule keinesfalls alternativlos war, wie es Bezirksbürgermeister Komoß noch im Januar 2016 gerne glauben machen wollte. Die Linke wird auch weiterhin die Aufarbeitung der skandalösen Vorgänge um die Schließung der Franz-Carl-Achard-Grundschule kritisch vorantreiben. Außerdem muss jetzt sichergestellt werden, dass die Schule auch tatsächlich zum neuen Schuljahr ihre Türen für den Schulbetrieb öffnet.“

Weiter Olaf Michael Ostertag, kulturpolitischer Sprecher der Linksfraktion in der Bezirksverordnetenversammlung von Marzahn-Hellersdorf:

"Es ist beschämend, wie leichtfertig mit den Schülerinnen und Schülern der Franz-Carl-Achard-Grundschule und deren Eltern umgegangen wurde. Außerdem zeigt das Vorgehen des Bezirksbürgermeisters, dass er keinerlei Verständnis für den Wert und die Bedeutung historischer Gebäude hat. Dieses Schulgebäude ist mehr als ein Zweckabu, es prägt das Umfeld, stiftet Identität und ist als Zeugnis der Gartenbau-Architektur historisch einzigartig. Glücklicherweise hat das leidenschaftliche Auftreten von Eltern und anderen Akteuren, besonders des Heimatvereins, verhindert, dass durch einen Abriss rücksichtslos Fakten geschaffen wurden. Entschiedenes bürgerschaftliches Engagement kann also doch poilitisch Verantwortliche zum Einlenken bringen."