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Vorsicht Volk! Oder: Bewegungen im Wahn?

Was ist für uns als LINKE Freiheit? Ist es die soziale Freiheit des Individuums durch ökonomische Gleichheit im Sinne einer Chancengleichheit,  oder ist es die ökonomische Freiheit im Sinne der Möglichkeit auf soziale Freiheit mit Chancenungleichheit? Welche Freiheit bevorzugen wir als Gemeinschaft und erachten wir beide Wege als erstrebenswert?  Wo ist der goldene Mittelweg? Wo stehen wir als LINKE in diesem Diskurs, und welchen Beitrag können wir leisten, um eine aufgeklärte und vielschichtige Sicht auf die gesellschaftspolitische Debatte zu werfen.

Klaus Lederer nutzte diesen gedanklichen Einstieg zum Roten Sofa als Aufhänger, um die Frage zu beantworten, was er aus seiner Sicht für erstrebenswert achtet, um den aktuell populistischen Tendenzen entgegenzuwirken. Und setzt damit an, sich zunächst selber zu hinterfragen. DIE LINKE als solche hat nicht nur die Bürde der Geschichte mit sich zu tragen, in der der Begriff der Freiheit, des Volkes und der Gemeinschaft zu oft negativ besetzt wurde. Es nicht selten zu erleben, dass linke Ideen in ihrer Komplexität als Besserwisserei, avantgardistisch und realitätsfern verschroben werden, weil sie all zu oft an den gefühlten Realitäten der Menschen vorbeilaufen.

In einer multipolaren Welt, die nicht einzig in Gut und Böse unterteilt werden kann, fällt es vielen Menschen zunehmend schwerer wertneutral, faktenorientiert und allumfassend über Entwicklungen im politischen und gesellschaftlichen Geschehen zu urteilen. Aber das „Volk“ und der Mensch als solcher streben in der Regel nach diesen einfachen Antworten. Letztlich führt es aktuell dazu, dass sich besonders in Europa die Menschen wieder hinter Populisten scharen. Denn diese liefern einfache Antworten auf komplexe Fragen, ohne Ursachen, Bedingungen und Folgen politischer Entscheidungen zu hinterfragen. Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Wenn unser Weltbild ins Wanken gerät, wenn sich Gemengelagen auf dem Globus ändern und Menschen zu uns kommen, ist die Antwort: Wir schotten uns ab und verklären uns in einer Welt, die nur früher „zur guten alten Zeit“ lebens- und liebenswert war. Und wer mitmacht, ist für uns, und wer nicht mitmacht, ist gegen uns. Dieser Umstand betrifft nicht nur rechte, sondern auch linke Ideologen. Ob Pegida oder Friedensdemo gegen den Ukrainekonflikt. Rädelsführer sind zumeist Menschen, die übermächtige Feinde wie die FED, CIA, die Kanzlerin oder die BRD GmbH, als Verursacher der aktuellen Herausforderungen vorschieben.

Und viele Menschen glauben daran, weil es ihnen an Aufklärung fehlt. Es fehlt an Kenntnissen, an historischen Zusammenhängen, aber auch zunehmend an einem humanitär aufgeklärten Weltbild. Es wird noch immer unterschieden in Nationen, in Schwarz und Weiß, in Ausländer und Religionsgruppen. Es ist nie der Mensch als solcher, der im Vordergrund steht. Aber als LINKE in Berlin sollten wir uns davor hüten, den Menschen von oben herab zu indoktrinieren, was das richtige Weltbild ist. Wichtiger ist es, gemeinsam den Weg der Aufklärung zu gehen und daraus einen Wertekanon zu definieren. Wir als LINKE werden uns im Wahlkampf nicht hinstellen und sagen: Mit uns wird alles besser! Aber wir können uns hinstellen und sagen: Wir können gemeinsam unsere Gesellschaft gestalten, indem wir einander zuhören und uns wieder kennenlernen. Auch das ist ein Stück Freiheit.

Zahlreiche Fragen aus dem Publikum griffen die Thematik auf, indem nachgehakt wurde, was wir den Menschen im Wahlkampf mit an die Hand geben können? Und die Antwort ist auch hier leider nicht einfach. Aber uns als moderne LINKE zeichnet aus, dass wir zuerst den Menschen sehen und nicht seine Herkunft. Wir engagieren uns gemeinsam gegen Ausgrenzung, sei es materieller oder ideeller Herkunft und stehen für Gemeinschaft. Wir stehen für ein soziales und wirtschaftliches Miteinander statt ein Gegeneinander. Wir geben Antworten auf die Zukunft und leben nicht in der Vergangenheit. Und das ist unser Ziel für Berlin nach den Wahlen. Die Zukunft weiterhin positiv gestalten.