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21. Politscher Frühschoppen mit Regina Kittler und Dagmar Pohle

10.30 - 13.00 Uhr, Stadtteilzentrum, Alt-Biesdorf 15, 12683 Berlin

Keine Leute, keine Leute …
… das kennt doch mancher noch aus alter DDR-Zeit. Heutzutage heißt es eher: Keine Arbeit, keine Arbeit …
Aber nein – auch an Leuten fehlt es, insbesondere in den Verwaltungen und Ämtern. Und das liegt ganz einfach am fehlenden Geld in der Rathauskasse. Die stellvertretende Stadtbezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle weiß davon ein (trauriges) Lied zu singen. Beim 21. Politischen Frühschoppen mit der Abgeordneten Regina Kittler am 25. Januar schilderte sie die brenzlige Situation, über die sich auch die BürgerInnen oft beschweren: Um beispielsweise einen neuen Ausweis zu erwerben, muss man ziemlich eisern und ausdauernd sein – von langen Wartezeiten und Internet-Zugang mit Termin-Buchung als Voraussetzung einmal abgesehen. Rigorose Personal-Kürzungsvorgaben aus dem Roten Rathaus sind die Ursache. Da ist in nächster Zeit auch unter dem Berliner Bürgermeister Michael Müller kaum Besserung zu erwarten.

Das war jedenfalls von Regina Kittler zu hören. Die Senatsklausur mit dem neuen "Regierenden" brachte bisher kaum Hoffnungen auf politische Neuanfänge in Berlin. Die angekündigten Personalaufstockungen von 31 Stellen in den Bürger- und 59 Stellen in den Sozialämtern für ganz Berlin sind ein Tropfen auf den heißen Stein. Und der Plan, sich um Olympia 2024 zu bewerben, sei angesichts der Erfahrungen mit Großprojekten wie dem BER, riesiger Lücken im Stadtsäckel und einem Sanierungsstau von 2 Mrd. € allein in den Schulen, auch sehr bedenklich.
Norbert Seichter, Bezirksvorsitzender der LINKEN Marzahn-Hellersdorf, nahm unter anderem zur Unterbringung von Flüchtlingen im Bezirk Stellung. Für ihn sei die Einquartierung im „Heim“ oder in Turnhallen eine Notlösung, auf Dauer schwer zumutbar, die Suche nach echtem Wohnraum deshalb dringend nötig. Er schilderte die Situation von in Berlin ankommenden Flüchtlingen, die sich an den erstbesten Polizisten auf der Straße wenden, der nach der Aufnahme der wichtigsten Personalien erst einmal nach einer Unterkunft für die nächste Nacht fahnden muss …
Viele Fragen wurden gestellt und auch Angebote unterbreitet, beispielsweise zur privaten Aufnahme einzelner Flüchtlinge oder kleiner Flüchtlingsfamilien. Für die Mietkosten kommt das Land Berlin auf. Näheres kann man erfragen unter wohnraum-fuer-fluechtlinge@ejf.de.
Satirisches in Wort und Lied gab es wieder mit Wolfgang Reuter, dessen Rückgriff auf ältere Texte z. B. daran erinnerte, wie lange schon der aktuelle „Religions-Konflikt“ die Gemüter erhitzt (siehe auch nebenstehendes Gedicht „Mein Gott heißt Lessing“ aus dem Jahre 2006!).
Peter Kolbe

Es folgt noch die ….

Anlage:


Mein Gott heißt Lessing

Sie nennen es „Streit der Kulturen“,

doch geht es ihnen dabei nur

um religiöse Leitfiguren.

Wo bleibt beim Streit da die Kultur?


Sind Kreuzzüge erneut im Kommen?

Bekämpft der Muselman den Christ?

Ist Krieg ein Mittel für die Frommen?

Da bleib ich lieber Atheist.


Schon siebzehnhundertneunundsiebzig

beschwor Herr Lessing seine Zeit:

Wer Hass statt Liebe sät, begibt sich

auf Wege zur Unmenschlichkeit.


Mich macht der Religionsstreit bange.

Es kommt nur Übles dabei raus.

„Nathan, der Weise“ sprach schon lange

vor unsrer Zeit die Wahrheit aus.


Er hasste den ununterbrochnen
Disput um Heiligkeit und Schmach:

„Es eifre jeder seiner unbestochnen,

von Vorurteilen freien Liebe nach!“


Wolfgang Reuter, 16. 09. 2006

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